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23.07.2019 - 21:22 Uhr   Lastknightnik

Interview mit Youtuber und Mittelalterfan

„Lastknightnik”



Liebe Pweet-Nutzerinnen und Nutzer,
manchmal trifft man auf Personen, die findet man sofort sympathisch. So erging es mir am letzten Montag beim Interview mit „Lastknightnik”. Der Youtuber nimmt Euch mit auf eine Reise in seine Videospiel- Kinderschuhe und kann dabei mit Leidenschaft und Liebe zu den Games aus seiner Kindheit punkten. Erlebt einen sehr gebildeten Menschen und lernt ihn in diesem Interview etwas kennen.

Minecraft Letsplay Lastknightnik

Pweet: Lieber Nik, danke, dass du dir Zeit für ein Interview mit uns genommen hast. Wir werden gerne erstmal wissen, wer du bist und was du in der Gamingszene machst?

Lastknightnik: Servus beinander. Mein Name ist Nik, bin Anfang zwanzig, Mitte dreißig und ich mache Let's Plays. Insbesondere Retro-Spielen, wie man heute so schön sagt, haben es mir angetan. Ich spiele die Spiele, mit denen ich groß geworden bin. Auf Youtube und Facebook findet man mich unter dem Alias Lastknightnik bzw. Lastknight82.

Pweet: Das klingt nach einer Menge Spaß, gerade weil die damaligen Spiele sehr schön gestaltet und entwickelt waren. Wie bist du zum Streaming oder Youtuben gekommen? Was war deine Intention?

Lastknightnik: Hm, das ist schon ein bisschen seltsam... Im Rahmen meines zweiten Studiums habe ich mit einer Kollegin die gemeinsame Leidenschaft für Minecraft entdeckt. Ich habe uns einen Server gemietet und eingerichtet und wir haben dort zu spielen begonnen. Das war im Frühling/Sommer 2017.
Dann kam ich irgendwann auf den Gedanken, da mal ein Let's Show mit Laura zusammen zu machen, weil wir ein paar recht coole Bauwerke auf die Beine stellten. So kam ich letztlich zu Let's Plays. Ich wollte den Bahnhof noch umbauen und den Videoschnitt testen. Das Video gefiel mir und ich habe einfach weitergemacht, während Laura aus der nach ihr benannten Welt leider wieder ausgestiegen ist. Die Besonderheiten sind ein individueller Vor- und Abspann zu jedem Video und die Trailer, die ich selber zu den einzelnen Spielen erstelle. Ziel war immer eine Art Seriengefühl und ich denke, dass gelingt mir gut. Mittlerweile mache ich neben Minecraft immer ein Retro-Spiel, derzeit „KKND” und freitags ein altes Horrorspiel, derzeit „Sanitarium”.


Pweet: Wow. Das klingt wohl danach, als sollte man unbedingt bei dir vorbeischauen und ich hoffe, dass unsere Leser, dass auch tun! Was schätzt du/fasziniert dich im Gaming-Bereich?

Lastknightnik: Es ist eine ganz eigene Möglichkeit, Geschichten zu erzählen. Das Wichtigste ist für meine Begriffe die Story, verpackt in eine gute Atmosphäre - oder aber die spielerische Freiheit, sich auszudrücken, also selbst eine Story zu schreiben. Die Grafik ist da Nebensache.

Pweet: Tatsächlich sagen viele in den Interviews, dass sie gut dem Alltag entfliehen können. Deshalb freue ich mich mal auf eine andere Sichtweise und Antwort auf diese Frage. Was für Spiele oder Genre spielst du gerne?

Lastknightnik: Es gibt eigentlich kein Genre, das ich nicht gern spiele, wohl aber Vertreter, die ich langweilig finde. Die meiste Zeit spiele ich sicherlich Aufbau- und Strategiespiele, aber auch Adventures und vor allem Rollenspiele mag ich sehr. Shooter müssen mich storymäßig mitreißen und Spaß machen. Rennspiele finde ich im Schnitt eher langweilig und - ah, da gibt es doch ein Genre: Sportspiele finde ich furchtbar.

Pweet: Wo wir gerade beim Genre oder Spiele sprechen, die du magst. Hast du ein totales Lieblingsgame? Vielleicht eines was dich besonders berührt hat oder wovon du mega enttäuscht warst und warum?

Lastknightnik: Mein absolutes Lieblingsspiel war und ist eigentlich „Privateer 2 - The Darkening” von 1997. Eine packende Geschichte gepaart mit einer erstaunlichen Freiheit und ein, für die damalige Zeit, irre großes Universum, das war schon was Besonderes.
Berührt haben mich Spiele wie „Wing Commander”, eben „Privateer 2”, „Edna bricht aus” oder - wesentlich neuer - „Oblivion”, der für meine Begriffe, bis heute, beste Teil der Elder-Scrolls-Reihe und natürlich „Life is Strange”, das mit seiner melancholischen Stimmung sehr interessant war.
Enttäuscht war ich vor allem in letzter Zeit von „Skyrim”, welches ich relativ lieblos gestaltet finde, und von Electronic Arts, die „Sims 2” nicht mehr supporten, so dass es unter Windows 10 wohl nicht mehr laufen wird. Ich betreibe das mittlerweile über eine VM, das ist aber lästig, weil ich die CD-Version habe. Gleiches gilt für „Die Siedler 2 - Die nächste Generation”, das über eine VM nicht läuft, weil der Kopierschutz das CD-Laufwerk als virtualisiert erkennt. Dabei wäre grad das ein nettes, entspanntes Let's Play. Schade und ägerlich!


Pweet: Bei manches Games gibt es ja ein Remastered. Vielleicht auch für deine genannten Spiele! Wenn du ein Game entwickeln könntest, was müsste dort nicht fehlen bzw. welche Features müsste es beinhalten und welches Genre wäre es?

Minecraft Youtber Lastknightnik auf pweetLastknightnik: Im Lauf meines Lebens habe ich zwei Spielideen bis zur Konzeptreife gebracht: Das Eine war ein Spiel im Star Wars-Universum und zwar fängt man als kleiner Pilot an und klettert durch Missionen, also fliegen ebenso wie Shooter-Missionen am Boden, langsam die Rangleiter hinauf. Der Rang bedeutet aber auch neue Aufgaben und so soll man am Ende als General oder Admiral Schlachten komplett wie in einem Strategiespiel planen und leiten.
Das zweite wäre eine Fortsetzung zu „KKND 2: Krossfire” gewesen, Arbeitstitel „Krossover”. Nach der übernahme Australiens setzen die überlebenden auf den eurasischen Kontinent über und beginnen auch dort Krieg gegen die Mutanten zu führen. Allerdings kommen dem Hauptcharakter zunehmend Zweifel an der ganzen Sache, als er die Mutanten als interessante Eingeborene, eben als nur anders aussehende Menschen zu begreifen lernt. Letztendlich ginge das Spiel den umgekehrten Weg: Von der großen Strategie hin zu einem Shooter bis dann sogar ins Adventure bzw. Rollenspiel. Der Spieler kann hier mehrere Wege gehen und am Ende versuchen, eine Verständigung zu erreichen oder aber den überlebenden die Weltherrschaft antragen.


Pweet: Die erste Spielidee gefällt mir. Schade, dass du es nicht weiterverfolgt hast. Wir entfernen uns etwas aus der Gamingwelt und gehen in den Realtalk über. Was würdest du dir von der Internetwelt wünschen? Was fehlt noch?

Lastknightnik: Hm, eine schwierige Frage. Ich glaube, die Internetwelt ist gar nicht so anders als die wirkliche Welt. Im Schutz der vermeintlichen Anonymität gehen die Menschen nur ohne den Zivilisationslack miteinander um und da kommt dann eigentlich das Problem zustande, wir sind offenbar nicht in der Lage, ein bisschen empathischer miteinander umzugehen, wenn uns keiner zwingt, sich auch mal in die Gegenseite hineinzuversetzen. Die unglaubliche Primitivität mancher Leute erschreckt mich inzwischen aber nicht mehr, den Glauben an eine zivilisierte Menschheit können wir, denke ich, erstmal abhaken. Schön wäre es, wenn wir alle - und das schließt mich schon mit ein, denn ich neige auch zu Ironie und Sarkasmus - einfach ein bisschen netter zueinander wären. Aber ich lehne mich damit wahrscheinlich gewaltig aus dem Fenster, der letzte, der das vorgeschlagen hatte, wurde vor 2.000 Jahren für diese Idee an einen Baum genagelt.

Pweet: Man sollte dennoch die Hoffnung die aufgeben. Ich denke Hoffnung hält uns alle immer am Leben. Wie bist du zu Pweet gekommen? Was findest du super? Was könnte besser gemacht werden?

Lastknightnik: Ich spiele seit 2004 „OGame”. Darüber bin ich zu einen seiner Klone gekommen, „XOrbit”. Dort bittet man um regelmäßige Votes in diversen Browsergame-Chartseiten und in der Liste tauchte vor einiger Zeit auch „Pweet” auf. So bin ich bei „Pweet” gelandet. Ich mag an der Plattform, dass sie sehr offen ist und man nah an den Entwicklern ist. Da ich Let's Player und kein Streamer bin, stehe ich ein bisschen außerhalb dieses „Wir”-Gefühls, das Pweet schafft, aber das macht nichts. Ich habe trotzdem den Eindruck gut mitarbeiten zu können und dass mir zeitgleich ein wenig Publikum zufließt.
Verbessern würde ich persönlich noch die Schnittstellen: Ich wünschte, man würde ein freigeschaltetes Youtube-Video automatisch in der Videogalerie vorfinden - vielleicht dann auch wieder gleich als Pweet, wobei das letztlich der Plattform ein Stück weit das Persönliche nehmen würde. So mache ich derzeit die Arbeit viermal - das Video bei Youtube, das Schreiben des Artikels dazu auf meiner Website und einen Pweet im vermeintlich richtigen Moment absetzen - und noch das Video in die Galerie laden. Letzteres ist mir dann oft zu nervig, weswegen ich das Tool wenig nutze.
Zumindest würde ich solche Sachen gerne vorbereiten können - also einen Pweet und die Freischaltung in der Videogalerie planen. Ich habe nicht immer die Zeit dazu, wenn die Videos erscheinen, daher finde ich Automatisierungen und Planbarkeit - der Kalender ist super, aber eingeschränkt - sehr praktisch.


Pweet: Die Betreiber lesen sich die Artikel auch sehr gerne durch, genau wegen diesen Vorschlägen. Danke für deine Ideen! Zum Abschluss würde ich gerne noch zwei Fragen zu dem sogenannten Reallife stellen. Also, was machst du in deiner Freizeit?

Lastknightnik: Neben meinem Dasein als Papa spiele ich gerne noch klassisches Pen&Paper-Rollenspiel, trainiere mittelalterlichen Schwertkampf, gehe auf Liverollenspiele und mache bei den Landsknechten von Bretten Reenactment als Lagerkoch mit. Ich koche leidenschaftlich gern, lese viel, fotografiere und schreibe auch. Zudem bin ich Cineast und sammle Filme und Serien. Wenn etwas Zeit übrigbleibt, bin ich politisch in meinem Heimatort tätig.

Pweet: Das klingt nach einer sehr vielfältigen Freigestaltung. Wie sieht deine Zukunft aus? Hast du einen besonderen Wunsch oder Zielsetzung?

Lastknightnik: Hoffentlich ohne gröbere Krankheit, aber mit dem ersten eigenen Roman im Regal... *lach*
Nein, also in naher Zukunft würde ich gern ein Comic-Projekt starten, wofür ich noch einen Zeichner suche. Leider kann ich nicht sonderlich gut zeichnen, habe aber einiges an Ideen. Ansonsten sehe ich mich irgendwann die Spiele „aufgebraucht” zu haben, die ich mit einem Let's Play bespielen will - wie und ob es dann weitergeht müssen wir mal sehen. Vielleicht gehe ich ja dann anderen Neigungen nach und mache Lesesessions auf Youtube - man müsste doch Literatur und YT auch irgendwie zusammenkriegen können. Vielleicht mit anderen Youtubern ein Leseforum, irgendwie sowas. Das Projekt Let's Play ist ein Hobby, weder Beruf noch Berufung. Interessant wäre, wenn meine Stimme den richtigen Leuten gefällt, ob ich mal Hörbücher, insbesondere Kinderbücher aufnehmen kann. Das würde mir Spaß machen.


Pweet: Na das klingt doch vielversprechend und wir hoffen, dass ich da vielleicht jemand findet, der dich auf diesen Weg weiter unterstützen möchte. Wir danken dir für das Interview und einen schönen Abend noch.

Lastknightnik: Danke auch und bis bald.

Schlusswort:
Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten.
(Berthold Brecht)

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